Texte und Gebete für den 1. Weihnachtstag 2020


Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. Johannes 1, 14

 

Psalm 96, 1-3, 7-13

1 Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!

2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

3 Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!

7 Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!

8 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens,

bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

9 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

10 Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König.

Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

jauchzen sollen alle Bäume im Walde 13 vor dem HERRN;

denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker mit seiner Wahrheit.

 

 

Gebet:

Gott, du bist uns fern

und doch ganz gegenwärtig in Jesus Christus,

dem Licht von deinem Licht,

für uns geboren von Maria.

Lass dieses Licht uns ganz erfüllen,

damit wir deine Liebe erkennen

und Licht werden für andere

alle Tage unseres Lebens.

Dir sei Ehre im Himmel und auf Erden.

Evangelium

 

Johannesevangelium 1, Vers 1-14

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. 6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. 9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

 

 

Ich steh an deiner Krippen hier,

o Jesu, du mein Leben;

Ich komme, bring und schenke dir,

was du mir hast gegeben

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel und Mut, nimm alles hin

und lass dir’s wohlgefallen.

Paul lGerrhard

 

 

Predigttext: Jesaja 52, 7-10

7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König! 8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und jubeln miteinander; denn sie werden's mit ihren Augen sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. 9 Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

10 Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

 

Der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Jesaja 52, 9 

 

 

Jeder Mensch ist verletzlich.

Niemand ist ohne die nachhaltige Erfahrung von Schmerz und Trauer.

 

Das Bedürfnis, sich vor dem zu schützen, was weh tut, oder es wenigstens zu lindern, ist groß. Manche versuchen es mit einem Netzwerk von Beziehungen, in denen sie Zuhörer und Verständnis finden, Ratschläge und Hilfe bekommen. Andere haben gelernt, sich hart und unempfindlich zu machen.

Man kann auch, was nicht gut ist, in ein Flucht- und Rückzugsverhalten gedrängt werden, um Schmerz zu meiden.

 

Oder, das ist sicher besser, man kann sich eine innere Trostwelt schaffen, in der Selbsttröstung durch Wachträume, eigene und fremde Geschichten, Musik oder Stille geschieht.

 

„Es gibt allerdings Zeiten, in denen wir für Trost nicht empfänglich sind. Wir sind dann so verwundet, dass wir weder reden noch zuhören können, wo niemand uns körperlich berühren darf. Wir müssen allein sein, weil wir keine Beziehung ertragen und sogar die Beziehung zu uns selbst abgebrochen ist.“ (I. Piper Berliner Hefte 61)

 

Wir zehren von Urerfahrungen des Trostes, ein ganzes Leben lang. Sie gehören zu unserem Erleben, als wir Kleinkinder waren. Das ist die Nähe der Mutter, ihre Berührungen, ihr Streicheln, das sanfte Wiegen in ihren Armen, ihre vertraute Stimme, ihre Zuverlässigkeit, die Wärme, Schutz und gestillter Hunger.

 

Dabei fühlen sich Mütter selbst oft hilflos und ohnmächtig. Sie können die Ursache des Kummers ihrer Kinder nicht beseitigen, obwohl sie die Forderung dazu an sich gerichtet fühlen. Sie können sie immer wieder nur zeitweise vor der Härte der Welt schützen. Und sie sind darüber hinaus durch vieles, was ihnen auch noch zu schaffen macht, müde und erschöpft. Auch sie brauchen Trost.

 

I. Piper erzählt (a.a.O.): „Noch eine letzte Erinnerung, da war ich schon älter; meine Mutter las uns Kindern an einem Abend in der Woche aus der Kinderbibel vor. Sie hatte ein Fußkissen unter ihren Füßen. Mein Lieblingsplatz war neben ihr auf diesem Fußkissen, mein Kopf in ihrer Armbeuge – kühl und warm zugleich. Sie beachtete mich dabei nicht, sie hielt mich nicht fest, aber sie las Geschichten, an denen ich merkte, daß es für sie besondere Geschichten waren. Ich habe so gut wie keine Erinnerung an den Inhalt dieser Geschichten, aber mein Platz, an sie gelehnt, und ihre Stimme, die weicher klang als sonst, das war mein erster religiöser Trost……..(Ich) ahnte, daß es diese Geschichten waren, die für die Mutter tröstlich waren ….(und) begriff, daß es neben allen alltäglichen Geschichten ein anderes Geschehen gab, das über das Alltägliche hinausragte.“

 

Auch Gott tröstet, wie eine Mutter tröstet.

Er nimmt das Leid (noch) nicht aus dieser Welt weg, aber er beschwichtigt es. Seine Nähe ist Schutz Schirm und Segen inmitten von Kummer, Schmerz und Getriebensein. Er hört den, der zu ihm redet, und er antwortet, auch durch Geschichten, die von Frieden und Versöhnung und einer Welt ohne Leid und Tränen erzählen; auch durch die Freundlichkeit anderer Menschen.

 

Er eignet uns eine getröstete und geheilte Welt zu, die er in seinem Wort gegenwärtig birgt und verspricht: Der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

 

Und er setzt Hoffnungszeichen der Liebe.

Weihnachten, die Geburt Jesu in dem kleinen, abgelegenen Ort Bethlehem ist eines von ihnen.

 

 

 

Fürbitten

Ewiger Gott,

in Jesus Christus, deinem Sohn,

bist du zur Welt gekommen um sie zu heilen und zu retten.

Die Engel haben Frieden auf Erden verkündigt.

 

Breite Frieden aus

zwischen den Völkern, Kulturen und Religionen.

 

Mache uns reich in dir

und öffne unser Herz für die Nähe anderer.

 

Verleihe deiner Kirche die richtigen Worte, um die gute Nachricht weiter zu geben

und um sie im rechten Tun zu bezeugen.

 

Erhelle mit deinem Licht die Dunkelheiten des Lebens.

Lass Zweifel, Leid und Tod in deinem Licht geborgen sein.

 

Mache uns fähig, menschenfreundlicher Gott,

dich zu loben und zu preisen,

und dir zu danken in allem, was uns bewegt.

 

Amen.

  

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